Mythos Farmspiele im Internet – Eine geschichtliche Betrachtung

browserspiel-farmLeben wie ein Farmer – Kühe melken, Mais anpflanzen oder mit dem Traktor fahren. Selten haben Online-Spiele so fasziniert wie Farmspiele. Dabei gibt es diese Browsergames noch gar nicht so lange, wie diese kurze Historie der Farmspiele zeigt.

Die ersten Farmspiele gab es bei Facebook

Im Frühjahr 2009 durften bei Facebook die ersten Online-Ernten eingefahren werden. In Spielen wie Barn Buddy und Happy Farm bauten die ersten Gamer auf schmutzigen Parzellen mühsam Getreide an, das sofort wieder verdorrte, wenn das Gießen mit Wasser vergessen wurde. In einem ewigen Kampf mussten Unkraut und allerlei schädliches Getier vernichtet werden. Außerdem galt es auf der Hut zu sein, denn die Pflanzen konnten von gierigen Nachbarn gestohlen werden. Doch dieser Ansatz wurde schnell zugunsten von Social Gaming aufgegeben. In jüngeren Spielen halfen sich die Nachbarn gegenseitig, statt sich die Halme zu klauen. Belohnt wurden die Spieler außerdem mit vielen bunten und niedlichen Items, die man sogar tauschen konnte.

Vom Bauernhof zur Kooperative

In der folgenden Zeit wurde die virtuelle Landwirtschaft von einem kooperativen Gameplay geprägt, in dem die Farmer zum gegenseitigen Nutzen arbeiteten und Handel trieben. Ein voll ausgestatteter Avatar erlaubte Chats und Treffen in öffentlichen Bereichen, wo sich Freunde aus der ganzen Welt trafen. Bei keinen anderen Spielen auf Facebook gab es bis dahin so viel soziale Interaktion. Theoretisch konnten alle Spiele kostenlos gespielt werden, mit ein paar Ingame-Käufen konnten die Gamer so manche Ressourcen nutzen, die anderen nicht zur Verfügung standen. Im Jahre 2012 erschien Farmville 2 – noch bunter und vielseitiger.

Aus der Farm wurde Farmville

Die den Spielen zugrunde liegende Spielmechanik war einfach und unkompliziert. Säen, bewässern, jähen und ernten reichten bald nicht mehr aus, die Hobby-Farmer zu beschäftigen. Deshalb wuchs die Farm zu einer Stadt heran. Farm Town war auf Facebook sehr populär, bevor es durch Farmville abgelöst wurde. Neben den landwirtschaftlichen Aufgaben kamen Herstellung, Vermarktung und Gebäudemanagement hinzu.

Die schieren Möglichkeiten machten das Browsergame zu einer sehr komplexen Angelegenheit. Inzwischen hat der Hype etwas nachgelassen, wie viele Online-Bauern auf ihren Smartphones und Tablets heute noch säen, wässern und ernten weiß niemand so genau.

Bild: stockunlimited / A farm / ID 1242373

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